Holzpellets: Die sinnvolle Art zu heizen

24892635_blogWenn es um nachhaltiges und ökologisch verantwortungsvolles Heizen geht, sind Holzpellets in aller Munde. Die kleinen Energieträger bestehen aus sogenanntem Restholz, das bei unterschiedlichen Verarbeitungsschritten von Holz entstehen kann. Sägen, Hobeln, Schleifen – bei jeder dieser Tätigkeiten entstehen Holzspäne, die in weiterer Folge zu Holzpellets verarbeitet werden. Wichtig dabei ist, dass diese Reste immer unbehandelt sind, wodurch keinerlei andere Stoffe im Holz vorkommen. Möchten auch Sie umsteigen? Bestellen Sie jetzt gleich Ihren ersten Pelletsvorrat!

 

Mit Druck zur richtigen Passform

Unter hohem Druck werden die Holzreste gepresst und so in die typische Zylinder-Form gebracht – ohne chemische Bindemittel, damit der natürliche Energieträger auch tatsächlich natürlich bleibt. Dieser Vorgang ist von zentraler Bedeutung – denn: Der hohe Druck bei der Verarbeitung lässt die Eigendichte der Pellets ansteigen, was gut für den Brennwert (ca. 5kWh/kg) und den geringen Lagerplatzbedarf ist. So benötigt man für eine Tonne Pellets nur rund eineinhalb Kubikmeter Lagerraum. Außerdem weisen die kleinen Holzpresslinge einen äußerst geringen Wassergehalt auf. Und was trocken ist, brennt bekanntlich auch besser.

Mit Holzpellets dem Zeitgeist folgen

Ökologische Verantwortung ist etwas, das immer mehr Menschen übernehmen möchten. Dementsprechend ist es wichtig, sich über die Warmhaltung der eigenen vier Wände in den kalten Wintermonaten Gedanken zu machen. Pellets sind die Antwort auf die Zeichen unserer Zeit. Die Presslinge aus Holz liefern die Basis für einen umweltschonenden Verbrennungsvorgang. Sie gelten als CO2-neutral, da der Ausstoß an Kohlendioxid beim Heizvorgang genauso hoch ist wie jener, der während des Wachstums aufgenommen (gebunden) wurde.

Dass Holzpellets nicht nur umweltverträglich und ressourcenschonend sind, sondern sich auch hervorragend zum Heizen eignen, haben in Österreich schon viele Haushalte erkannt. Auch der günstige Pelletspreis ist ein Kriterium, warum sich mehr und mehr Menschen dafür entscheiden, auf ein Heizsystem mit Pellets umzusteigen. Die laufenden Heizkosten bei Holzpellets sind im Vergleich zu beispielsweise einer Ölheizung geringer, sodass das Budget eines Haushaltes entlastet wird. Die positive Bilanz: Derzeit sind schon mehr als 120.000 Pellets-Heizanlagen österreichweit in Betrieb – Tendenz steigend.

Rohstoff vor der Haustür – Interview mit Wärme Austria

Peter Kaufmann, Verkaufsleiter bei Wärme Austria, über den Pelletsausbau in Österreich, Gründe für die sinkende Nachfrage nach Pelletskesseln und seine Wünsche an die Pelletsbranche.

 Wie viele österreichische Haushalte haben ihr Heizsystem mittlerweile auf eine Pelletsheizung umgestellt und wie schreitet der Ausbau voran?

In Österreich haben insgesamt 120.000 Haushalte eine Pelletszentralheizung installiert. Seit 2014 ist jedoch ein Rückgang der Pelletkesselinstallationen zu verzeichnen.*

 Im Vergleich von 2014 und 2013 beträgt dieser Rückgang rund 37 Prozent. Welche Gründe spielen hier eine Rolle?

Zu diesem Ergebnis haben der warme Winter und die in jüngster Zeit sinkenden Öl- und Heizölpreise beigetragen, die sich in den letzten Monaten auf 54 Dollar fast halbiert haben. Der Anreiz für einen Heizungswechsel ist dadurch nicht mehr so hoch wie vor einigen Jahren.

Einen Rückgang bei neu installierten Pelletskesseln bemerken wir bereits seit 2013. Wir befinden uns in einer Wirtschaftskrise, daher ist die Investitionsbereitschaft gering und Sanierungen werden aufgeschoben.

 Wie könnte man dem Rückgang entgegenwirken?

Mit Förderungen und Gesetzgebungen – wie z.B. der Rücknahme der Anhebung des Mehrwertsteuersatzes im Zuge der Steuerreform auf erneuerbare Energien von zehn auf 13 Prozent.

 Welche Gründe spielen eine Rolle, sich für eine Pelletsheizung und gegen andere Heizsysteme zu entscheiden?

Pellets sind CO2-neutral und ein zukunftssicherer Brennstoff. Der Rohstoff wächst praktisch vor der Haustüre nach.

 Ist das Holzvorkommen in Österreich ausreichend, um in Zukunft noch mehr Haushalte mit Pellets versorgen zu können?

In Österreich ist ausreichend Holzvorkommen vorhanden. Außerdem kommt es dort, wo aufgelassene Almen nicht mehr bewirtschaftet werden, zum sogenannten Randlinieneffekt: Das Waldwachstum nimmt zu. So hat sich die österreichische Waldfläche seit 2002 um 30.000 Hektar auf 3,99 Millionen Hektar vergrößert.** Zudem gibt es in Österreich ganze 28 Holzraffinerien, die Österreichs sehr stabile Holzindustrie bestätigen.

Welche Energiebilanz weisen Pellets im Vergleich zu anderen Energieträgern auf?

Pellets zeichnen sich durch eine ausgezeichnete Energiebilanz aus – der Primärenergieaufwand für die gesamte Bereitstellung der Pellets beträgt nur 18,5 Prozent des Energieinhalts.

Was fasziniert Sie persönlich an dem kleinen Energieträger?

Ein Holzpellet entspricht geballter Energie – ist sauber, wächst nach und ist noch dazu CO2-neutral.

 Wie stehen Pellets anderen Heizstoffen preislich gegenüber und ist mit einer Preiszunahme zu rechnen?

Preislich sind Pellets trotz der niedrigen Ölpreise sehr attraktiv. Geregelt werden die Preise einerseits durch den Wettbewerb, andererseits durch den Gesetzgeber – wie sich diese weiterentwickeln, wird sich somit erst zeigen.

 Wie wichtig sind Ihrer Meinung nach Europanormen und weitere Zertifizierungsmöglichkeiten von Pellets?

Einheitliche Standards sind sehr wichtig für Verbraucher und Kesselindustrie und gewährleisten eine Qualitätssicherung auch in großen Wirtschaftsräumen.

Inwiefern hat sich die Pellets-Branche in den letzten zehn Jahren verändert und wie sieht die weitere Tendenz aus?

Es handelt sich hier um eine stark gewachsene Branche. Österreich hat dabei den Status als Pionierland erster Stunde – bei der Produktion der Pellets und Kessel – inne. In Zukunft steht sie aber großen Herausforderungen gegenüber. So liegt aktuell die Installation einer Pelletsheizung im Neubau bei praktisch Null.

Haben sich die Anforderungen der Kunden in den letzten Jahren verändert? Und wenn ja, wie reagieren Sie darauf?

Im Moment gehen die Anforderungen in Richtung Niedrigenergie: Es wird sehr wenig Raumwärme benötigt. Die Kesselindustrie reagiert mit Kleinöfen ab drei Kilowatt am Markt – vor allem die Kombination von Pellets mit Stückholz gewinnt dabei an Bedeutung.

Welche Wünsche haben Sie persönlich an die Pelletsbranche?

Dass kontinuierlich an der Pelletsqualität gearbeitet wird und dass wir die vielen Vorteile der Pellets – CO2-Neutralität, nachwachsender Rohstoff, inländische Wertschöpfung, Österreich als Weltmarktführer in der Kesseltechnologie – besser kommunizieren.

* Stand Juni 2015

** 2007/2009 fand die letzte Datenerhebung „Waldinventur“ statt