Anforderungen an einen Pelletslagerraum

Wer sich für einen ganzen Raum als Lagerort seiner Pellets entscheidet, muss eine Reihe von Dingen beachten. Nur bei optimalen Lagerbedingungen behalten die kleinen Holzpresslinge ihre Qualität und sorgen für eine optimale Beheizung der eigenen vier Wände.

Grundanforderungen an einen Pelletslagerraum

Bevor man sich detailliert mit den Eigenschaften eines Pelletslagerraums auseinandersetzt, sollten gewisse Grundbedingungen sichergestellt sein, die in der Önorm M 7137 „Presslinge aus naturbelassenem Holz – Holzpellets“ – Anforderung an die Pelletslagerung beim Endverbraucher festgelegt sind! Diese bezieht sich in erster Linie darauf, dass der Raum absolut frei von Feuchtigkeit, belüftet (siehe Merkblatt Belüftungsdeckel Beilage 2187) und mit einem Einblasstutzen versehen sein muss. In puncto Lagersicherheit sollte des Weiteren darauf geachtet werden, dass weitestgehend ATEX-geprüfte Materialien zum Einsatz kommen.

Wir bitten Sie, für die Aufrechterhaltung der Wärme Austria Qualitätspellets nach EN Plus A1 folgende Punkte für die Lagerhaltung gemäß ENplus Zertifizierung zu beachten:

  • 1)  Für eine optimale Funktion des Pelletskessels und des zugehörigen Austragungssystems ist es nach jährlichem Brennstoffdurchsatz (Sichtprüfung) empfehlenswert, das Lager alle zwei Jahre – oder nach zwei bis drei Befüllungen – komplett leer laufen zu lassen, um den Feinanteil zu entfernen. Bitte beachten Sie auch die Angaben des Heizkessel- und Austragungssystemherstellers.
  • 2)  Der Pelletslagerraum muss ganzjährig trocken sein. Bei Gefahr von feuchten Wänden (auch zeitweise) ist ein entsprechender Feuchteschutz, z.B. eine hinterlüftete Vorwandschalung aus Holz herzustellen oder es werden Gewebetanks mit mindestens 15 cm Abstand zu Wand und Boden aufgestellt.
  • 3)  Das Silofahrzeug sollte möglichst nah an die Befüllstutzen heranfahren können. Eine lange Einblasstrecke (max. 30 m) und jede Richtungsänderung hat aufgrund der mechanischen Belastung der Pellets während der Befüllung einen gewissen Abrieb zur Folge. Jeder Meter Schlauch und jeder Bogen erzeugen während des Einblasvorgangs Feinanteil!
  • 4)  Es dürfen im Pelletslagerraum keine frei laufenden Leitungen (Wasser, Fäkalien, Strom) vorhanden sein.
  • 5)  Lagerräume und Lagerbehälter müssen belüftet werden, um eine gefährliche CO-Konzentration zu vermeiden. Die Lüftungsöffnungen müssen ins Freie führen. Idealerweise werden an den Einblas- und Absaugstutzen spezielle Lüftungsdeckel angebracht (wenn diese nach außen ins Freie führen). Diese Deckel sorgen für einen Luftaustausch zwischen der Außenluft und dem Lagerraum. Damit werden Emissionen und Geruchsbeeinträchtigungen der eingeblasenen Pellets wirksam verhindert. Sie sind so konstruiert, dass keine Feuchtigkeit in das Lager eindringen kann. Wenn die Befüllstutzen nicht ins Freie münden, dann muss die Belüftung über eine gesonderte Lüftungsöffnung erfolgen. Diese Lüftungsöffnung muss so ausgeführt sein, dass während des Einblasvorganges kein Staub austreten kann und dass nach der Befüllung des Lagers die Belüftung wirksam ist. Es ist sicherzustellen, dass über die gesonderten Lüftungsöffnungen kein Regenwasser ins Pelletslager eindringen kann.
  • 6)  Die Anbringung eines abrieb- und reißfesten Prallschutzes ist erforderlich. Dieser muss im rechten Winkel zur Einblasrichtung mindestens ≥ 20 cm bis ≤ 30 cm vor der dem Einblasstutzen gegenüberliegenden Wand angebracht werden.
  • 7)  Pelletsauslaufstutzen müssen direkt auf die Prallmatte gerichtet sein und dürfen keine scharfen Kanten aufweisen. Hinter jedem Bogen muss eine Beruhigungsstrecke als gerades Rohr von mindestens 30 cm folgen, da sonst die Pellets an der Bogenkante zerkleinert werden.
  • 8)  Die Umschließungswände müssen den statischen Anforderungen der Gewichtsbelastung durch die Pellets standhalten (Schüttgewicht ca. 670 kg/m3) und zusätzlich den Einblasdruck mit eventuell auftretenden Druckspitzen aufnehmen können. Die Lagerraumwände sowie deren Verankerung im umgebenden Mauerwerk an Decke und Boden müssen sach- und fachgerecht entsprechend den Regeln der Technik errichtet sein.
  • 9)  Rechtzeitig vor dem Befüllen von Pelletslager oder Lagerbehälter sowie vor Arbeiten an Pelletslager oder Lagerbehälter ist der Pelletskessel abzuschalten. Die Abschaltungspflicht der Kesselanlage liegt beim Kunden. Der Zeitraum für das Abschalten der Kesselanlage vor der Befüllung ist den Unterlagen der Heizkesselhersteller zu entnehmen.
  • 10) Auf der Zugangstür zum Lagerraum muss ein Hinweisschild lesbar und dauerhaft angebracht werden, welches auf die Gefahren beim Betreten des Lagerraumes hinweist und Verhaltenshinweise gibt.